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Bucay Deng

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Sudan

Neuanfang -

aber wenig Hoffnung

Sudan

Bucay Deng 19.08.2011, 15.13 Uhr

Food Security of many households in south Sudan at critical situation

Food shortage in south Sudan has hit many areas due to closure of supply routes between south-north Sudan since May 2011.
The closure of routes resulted in critical food security situation in many parts of south Sudan especially the border states of Northern Bahr el Ghazal, Upper Nile and Unity State.
Stable food commodity such as sorghum/wheat is not available in local markets.
In Welthungerhilfe/German Agro Action operational areas in Northern Bahr el Ghazal, market prices for the basic food commodities has shot up to the level the ordinary people such as returnees and vulnerable people cannot afford to purchase.
Humanitarian food assistance in the area (food distribution by WFP) is limited to new returnees who have arrived within the last three months.
There is no harvest foresee this year due to various reasons,
1.    Lack of rains (long dry spell in June and  July)
2.    Majority of the returnees have no access to cultivation land

Through Welthungerhilfe field activities in the returnees’ settlements on the 14.08.2011, 16 households were reported by community members and local representatives  and verified by Welthungerhilfe staff  in Waralel settlement Marial Bai to be at a very critical situation due to lack of food.
Welthungerhilfe south Sudan, appeal for immediate assistance to save life of many returnees and vulnerable people in South Sudan.

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Vanessa Dobkowitz 08.07.2011, 10.52 Uhr

In Freiheit verhungern: Die Lage der Menschen im Südsudan ist dramatisch

SUD2005UME037

Johann van der Kamp berichet aus Südsudan

Johann van der Kamp  ist als Regionalkoordinator für den Südsudan zuständig. Sein Blog-Beitrag gibt wenig Grund zur Hoffnung. Hoffnung, die wir hier alle beim Referendum im Januar gehabt haben.

Im südsudanesischen Bahr al-Ghazal sind viele neue Dörfer entstanden, deren Bewohner aus dem Nordsudan in ihre alte Heimat zurückkehrten. Doch die Situation der Menschen ist dramatisch.

Juba, bald Hauptstadt des jüngsten Staates Afrikas, wird für den großen Tag herausgeputzt. Angestrengt werden hier und da an den Hauptstraßen grünes Gestrüpp gepflanzt oder Flächen bewässert, damit am 9. Juli 2011 – dem Tag an dem der Südsudan offiziell seine Unabhängigkeit erlangt – wenigstens etwas grünes Gras zu sehen ist. Die Menschen in den Neusiedlungen für Rückkehrer aus dem Nordsudan werden jedoch auch am 9. Juli nicht viel zu feiern haben. Der lang ersehnte Tag der Befreiung hat zu viel gekostet. Mehr als zwei Millionen Menschen haben während des langen Bürgerkrieges ihr Leben verloren. Getrennte Staaten, endlich Frieden, keine Toten mehr. Von wegen!

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Mehr als 800 Haushalte mit durchschnittlich fünf Personen soll es im neuen Dorf Mangar Akot im südsudanesischenBahr al-Ghazal geben. Wir fahren mit einem kleinen Team von Mitarbeitern der Welthungerhilfe, einem Vertreter der Kommission zur Koordination der Nothilfe im Südsudan (SSRRC) und einer deutschen Reporterin  in die Siedlung. Auf den ersten Blick wird deutlich, dass die Menschen beinahe nichts haben. Bucay Deng, Landesvertreterin der Welthungerhilfe im Südsudan, erklärt, dass wir gekommen sind, um die bedürftigen Familien zu erfassen. Jede Familie soll eine Plane, Seil, ein Buschmesser, einen faltbaren 10-Liter-Kanister und Chlortabletten bekommen. Die Tabletten reichen, um Wasser für eine fünfköpfige Familie für mindesten sechs Monate genießbar zu machen. Diese sogenannten „Non-Food Items“ sind Teil eines Nothilfeprojektes der Welthungerhilfe, das durch das Deutsche Auswärtige Amt finanziert wird.

Die Mitarbeiter der Welthungerhilfe gehen in Mangar Akot von Hütte zu Hütte.

Zwei wackelige Tische werden aufgetrieben und bald bilden sich zwei Warteschlangen: eine für Frauen und eine für Männer. Die Vertreter jeder Familie können sich hier registrieren lassen. Dann erhalten sie eine kleine Karte, die bei der Verteilung gegen die Hilfsgüter ausgetauscht wird. Doch schnell wird klar, dass die Zuordnung der Menschen zu einzelnen Familien  nur auf Grundlage der mündlichen Angaben kaum möglich ist. Das Team setzt sich zur Beratung zusammen und kommt schnell zu dem Schluss:  Wir müssen von Hütte zu Hütte gehen. Das wird viel Zeit und Nerven kosten. Wir teilen uns auf und gehen getrennte Wege, um systematisch jede Hütte abzuklappern. Sobald ich den Schatten des großen Baumes verlasse, bricht mir der Schweiß  aus. Er wird heute mein ständiger Begleiter.

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In den nächsten vier Stunden wird uns das gesamte Leid der Rückkehrer bewusst. Die meisten Menschen aus dem Südsudan sind vom Körperbau her schon dünn und lang, aber was hier in den elenden Hütten zu sehen ist, ist schier unfassbar. Vor allem Frauen sind so abgemagert, dass die Gesichter eingefallen sind. Die Kinder sind sichtbar mangelernährt und viele haben aufgeblähte Hungerbäuche, offene Entzündungen und Ringwürmer. In den meisten Unterkünften sind nur verschlissene Bastmatten zu sehen. Bei denen, die es etwas „bequemer“ haben, stehen Holz- oder Metallbetten – häufig jedoch ohne Matratzen.
Sonst gibt es fast nichts. Und es gibt vor allem nichts zu Essen! Die Diskussionen bei jeder einzelnen Hütte nehmen kaum ein Ende. Die Verzweiflung der Menschen ist groß. Unsere Versuche zu erklären, dass wir nur die ganze Familie registrieren können, verhallen. Mit allen Mitteln versucht jeder, eine Karte von uns zu bekommen. Das geht aber nicht: Es hat keinen Sinn, zwei oder drei Planen abzugeben, wenn eine ausreicht, um die ganze Hütte abzudecken. Natürlich möchten wir allen helfen. Aber wir wissen, dass unsere Hilfsgüter nicht ausreichen, und dass es noch tausende andere Familien gibt, die auf die Hilfe  angewiesen sind. Und so ist die Entscheidung bei jeder Hütte knallhart.

Am Ende sind wir sehr müde von den ständigen Vorwürfen, wir hätten jemanden vergessen. Wir bleiben aber dabei, dass nur Besitzer von Karten unsere Hilfsgüter erhalten. Die Stimmung bleibt  gereizt und droht zeitweise zu eskalieren. Wir einigen uns darauf, mehrere angeblich ungerechte Entscheidungen nochmals zu untersuchen, und sind noch eine Stunde unterwegs – ohne aber auch nur eine neue Karte auszugeben.

Die Not der Rückkehrer im Südsudan ist groß. Die Menschen brauchen dringend Hilfe.

Mit sehr gemischten Gefühlen kehren wir in unser Lager in Nyamlel zurück. Die Hitze, das Flehen der vielen verzweifelten Menschen, die oft sehr schwierigen Entscheidungen über Helfen oder nicht, hat uns allen zugesetzt. Die Stimmung ist bedrückt. Wir reden über die vielen anderen Orte, die wir noch abdecken müssen. Das Team plagt keine Verzweiflung, aber die unterschwellige Wut über das „Warum“: Warum müssen so viele Menschen hier so leiden und regelrecht verhungern?

Dass die Not im Südsudan groß ist, ist unübersehbar: Überall sind ausgemergelte Menschen, nirgendwo sind Speicher mit Nahrungsmitteln. Hier und da sehen wir, dass die Menschen ihr Saatgut für die kommende Saison essen, weil es nichts anderes gibt. Die Folgen – Ernteausfälle – sind unabwendbar. Hier bahnt sich eine Katastrophe an. Wir sind uns einig, schon jetzt verhungern einige der Rückkehrer, die wir gesehen haben. Sie brauchen dringend externe Hilfe.

Das Fest der Unabhängigkeit wird am 9. Juli gefeiert. Doch die Lage der Rückkehrer wird dramatisch bleiben. Im freien und unabhängigen Südsudan wird es noch viele Tote geben: Denn der Preis für die Freiheit wird mit Menschenleben bezahlt.

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Bucay Deng 08.07.2011, 09.10 Uhr

Video zur Verteilung von Hilfsgütern in Südsudan

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Bucay Deng 01.07.2011, 14.57 Uhr

Pictures from South Sudan

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Prior to verification of returnees, GAA team organized/conducted several meeting with South Sudan Relief and Rehabilitation Commission staff from Nyamlel to agree on modalities for targeting of the returnees in the area.
Vor der Verifizierung der Rückkehrer hat das GAA Team mehrere Treffen mit SSRRC-Mitarbeitern aus Nyamel abgehalten, um die Modalitäten des Targetings der Rückkehrer in diese Gegend zu vereinbaren.

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GAA identified 3 orphans from Khartoum hosted by returnee household.

GAA identifizierte 3 Waisen aus Khartoum in einem der Rückkehrerhaushalte.

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Vanessa Dobkowitz 25.05.2011, 13.34 Uhr

Notunterkünfte und Trinkwasserkanister für den Sudan

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In Afrika entsteht ein neuer Staat – und Andrea Rösler,  Mitarbeiterin in der Bonner Zentrale der Welthungerhilfe, ist an diesem Ereignis beteiligt. Denn Andrea hilft von Deutschland vielen Tausend Menschen im Südsudan, die nach dem Referendum im Februar vom Norden des Sudans zurückkehren, nicht unter freiem Himmel schlafen oder verunreinigtes Wasser trinken zu müssen.

Die gebürtige Lausitzerin, ist Fachwirtin für Einkauf und Logistik und arbeitet seit sieben Jahren im Bereich ‚Einkauf und Logistik‘ der Welthungerhilfe. Was genau ist Andreas Aufgabe? Sie ist diejenige, bei der die Kollegen ihren Bedarf aller Art einreichen. Im Fall Südsudan haben sich die dort arbeitende Kollegin Bucay Deng und Mitarbeiter aus dem benachbarten Kenia an sie gewandt.

Die Liste für die Nothilfe im Südsudan umfasst wenige, aber existentielle Dinge wie Zeltplanen, Seile zum Fixieren der Planen, faltbare Wasserkanister, Chlortabletten zur Reinigung des Wassers und Macheten, um die Erde für die Zelte bewohnbar zu machen. Damit sollen rund 25.000 Menschen mit dem Nötigsten für die erste Zeit in ihrer neuen und oftmals alten Heimat versorgt werden.

Für die Ausschreibung muss Andrea die einzelnen Gegenstände so präzise wie nur eben möglich beschreiben. Dabei wird natürlich immer berücksichtigt, dass die Materialien den  lokalen Anforderungen entsprechen müssen. Um die Wirtschaft in den Projektländern zu fördern, annonciert sie die Ausschreibungen nicht nur im Internet sondern auch in den lokalen Zeitungen vor Ort. Neben der Qualität der Waren ist auch die Lieferzeit ein wichtiges Entscheidungskriterium, gerade bei den Nothilfelieferungen gilt es keinen Tag zu verschwenden. Im Sudan hat die Regenzeit begonnen, deshalb brauchen die Flüchtlinge jetzt mehr denn je ein Zelt über dem Kopf.

Nach dem Ende der Ausschreibungsfrist und der genauen Abwägung von Preis und Leistung wählt Andrea in Zusammenarbeit mit Kollegen die besten Anbieter aus. Diese Erstplatzierten schicken Muster ihrer Waren zu den Kollegen vor Ort, die dann die letzte Entscheidung treffen. Wenn dann die Lieferung im Projektgebiet ankommt, sorgen unsere Mitarbeiter gemeinsam mit weiteren lokal Verantwortlichen für eine schnelle und bedarfsgerechte Verteilung.

Doch der Strom der Flüchtlinge, die zurück in den Südsudan wollen, reißt nicht ab – es ist zu befürchten, dass diese erste Nothilfelieferung nicht für alle reicht. Andrea Rösler und ihre Kollegen werden noch weiter für den jüngsten afrikanischen Staat und seine heimatsuchenden Einwohner aktiv sein.

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